Bob Wollek war einer der größten Sportwagenpiloten aller Zeiten, obwohl ihm der auch für ihn wichtigste Erfolg, der Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans versagt blieb. Dafür siegte er viermal bei den 24 Stunden von Daytona, 1985 konnte er mit Daytona und Sebring die beiden wichtigsten amerikanischen Sportwagen-Rennen innerhalb weniger Wochen gewinnen.
Begonnen hatte seine Karriere als Ski-Rennläufer in der französischen Nationalmannschaft, eine Verletzung aber sorgte dort für ein Ende noch vor dem designierten Höhepunkt, den olympischen Spielen 1968 in Grenoble. Nach einem Rennfahrerlehrgang aber startete er noch im gleichen Jahr erstmals in Le Mans.
Dort hatte er bis 2000 verschiedene Fabrikate gefahren: Alpinè, Matra, Porsche, Lancia, Courage, Jaguar und Toyota. Viermal belegte Robert Wollek den zweiten Platz im Gesamtklassement, mehrfach gewann er seine Klasse.
Seine größten Serienerfolge waren der zweimalige Titel des deutschen Rennsportmeisters im Jahre 1982 und 83 sowie der des Sportwagen-Europameisters 1983. Im Jahre 1989 gewann er den Supercup. Sieben Mal holte er den dicken Scheck des Porsche-Cup-Siegers bei der Porsche-Weihnachtsfeier ab. Er war für alle namhaften Porsche-Teams der Welt unterwegs und bis auf einen Abstecher ins Lancia-Werksteam 84/85 seit 1975 überwiegend den Weissachern verbunden. Auch der letzte Sieg eines Porsche 962 in einem WM-Lauf ging auf sein Konto, 1989 in Dijon zusammen mit Frank Jelinski bei Joest-Racing.
Außer einigen Rippenbrüchen bei einem Unfall 1987 in Sears Point blieb Bob Wollek von Verletzungen in seiner langen Karriere verschont. Bis zuletzt gehörte er zum Werksteam von Porsche, wo sich die Jungen teilweise an Ihm nicht nur im Speed messen konnten. Seine Fitness war bis ins hohe Rennfahreralter bemerkenswert und vorbildlich. Das lag auch an seiner Leidenschaft fürs Rennrad, auf dem dann ironischerweise auch alles endete. (GQ)