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Sportwagen- und Langstrecken Freunde gehören, obwohl diese Rennserien nicht so in der Öffentlichkeit präsent sind wie sie es verdient hätten, zu denjenigen in Europa welche sich als einzige mit den Beschränkungen der Starterzahl auf Rennstrecken beschäftigen müssen. Der vierte Lauf zur 2006er Saison der Le Mans Series (LMS) 2006 findet auf der britischen Traditionsstrecke Donington Park statt. Dort stehen die Organisatoren vor dem Problem, dass das Streckenprotokoll nur 46 Starter zuläßt - weniger als die LMS als permanente Starter zu bieten hat!
Doch wie werden diese Starterzahlen festgesetzt? Vielfach herrscht die Annahme vor, dass die Streckenlänge der entscheidende Faktor ist. Jedoch ist die Streckenlänge nur ein Faktor von vielen. Der Anhang O des FIA-Sportgesetztes regelt die genaue Berechnung und die angewendete Berechnungsformel: Maximale Starter= 0,36 x L x W x T x G (Alles klar? ;-) Hinter den vier Variablen verbergen sich die Koeffizienten Lenght (Länge), Wide (Streckenbreite an der schmalsten Stelle), Time (Renndauer) und Group (Fahrzeugkategorie). Welche Werte nun eingetragen werden müssen, ergibt sich aus entsprechenden Tabellen im Reglementstext. Als Grundlage dient hierfür das Streckenabnahmeprotokoll der FIA. Für die Streckenlänge gibt es Werte von 10 (für Rennstrecken von 2,0 - 2,6km) bis 20 (für Rennstrecken > 8,0km). Rennstrecken mit einer Länge von weniger als 2km sind in dieser Tabelle nicht vorgesehen und werden auch nicht für Rennen mit FIA Segen zugelassen. Dies könnte nur über eine nationale Zulassung des jeweiligen Landesverbandes geschehen. Für die Streckenbreite gibt es Werte von 9 (Streckenbreiten von 8 bzw. 9m) und 12,5 (für Streckenbreiten von 15m). Der Wert der tatsächlichen Streckenbreite wird gerundet und der entsprechende Koeffizient gewählt. Dieser Wert ist leider über das Internet nur sehr schwer zu verifizieren, da nur seltenst angegeben. Der Koeffizient T ist nach der Renndauer gestaffelt. Diese Staffel reicht von 1 (Rennen bis 1h) bis 1,5 (Rennen über 12h). Der Koeffizient G ist in vier Kategorien unterschieden. Von 1 (für Gruppe N, A, B, Historische TW und GT Fahrzeuge) bis hin zu 0,6 (Formelfahrzeuge über 2,0l Hubraum ). Sportwagen mit einem Hubraum über 2,0l, also die Fahrzeuge der LMP1 Kategorie, werden mit einem Koeffizienten von 0,7 bewertet. Sind mehrere Kategorien in einem Rennen gemeldet wird der geringste Koeffizient angewendet. | Länge km | L | Breite m | W | Dauer h | T | Kategorie | G | | >2,0 - 2,6 | 10 | 8 | 9 | <=1 | 1,00 | Gruppe N, A, B, GT | 1 | | >2,6 - 3,2 | 11 | 9 | 9 | >1 - 2 | 1,15 | Sportwagen/Formel bis 2.000ccm | 0,8 | | >3,2 - 3,8 | 12 | 10 | 10 | >2 - 4 | 1,25 | Sportwagen über 2.000ccm | 0,7 | | >3,8 - 4,4 | 13 | 11 | 10 | >4 - 12 | 1,40 | Formelwagen über 2.000ccm | 0,6 | | >4,4 - 4,8 | 14 | 12 | 10 | >12 | 1,50 | | | | >4,8 - 5,2 | 15 | 13 | 11,5 | | | | | | >5,2 - 5,6 | 16 | 14 | 12 | | | | | | >5,6 - 6 | 17 | 15 | 12,5 | | | | | | >6 - 8 | 18 | | | | | | | | >8 | 20 | | | | | | |
Nach obiger Tabelle ergibt sich die Strecken der LMS folgende Starterzahlenbeschränkung: | Strecke | Länge | min. Breite | L | W | T | G | Starter | | Istanbul | 5333 | 14 | 16 | 12 | 1,4 | 0,7 | 68 | | Spa-Francorchamps | 6968 | ??? | 18 | 10 | 1,4 | 0,7 | 64 | | Nürburgring | 5148 | 10 | 15 | 10 | 1,4 | 0,7 | 53 | | Donington | 4020 | ??? | 13 | 10 | 1,4 | 0,7 | 46 | | Monza | 5770 | ??? | 17 | 10 | 1,4 | 0,7 | 60 |
Wichtig: Lediglich von Istanbul und dem Nürburgring sind Streckenbreiten vorhanden. Bei Donington konnte der Wert aus dem bekannten Starterlimit abgeleitet werden. Für die anderen Strecken kann es Abweichungen geben. Würde man die obige Reglung auf den Circuit 24h in Le Mans anwenden, müsste der ACO noch einige Boxen bauen: | Strecke | Länge | min. Breite | L | W | T | G | Starter | | Le Mans | 13650 | 14 | 20 | 9 | 1,5 | 0,7 | 68 |
Daneben besteht (Beispiel Nordschleife) natürlich noch die Möglichkeit abweichender Reglungen, da obige Tabellen für "heutige" Strecken ausgelegt sind. |