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Der Porsche Kundensport LKW PDF Drucken E-Mail
Montag, 26 Februar 2007

logo_background.JPG Bei einem Rundgang durch den Porsche LKW gewährte Kundensportmitarbeiter Rainer Gohl Project-LeMans.de einen Einblick in die Kundenbetreuung im Hause Porsche. Bei rund 20 – 25 Rennen im Jahr kommt der Sattelzug zum Einsatz. Der aktuelle Wagen wurde 1998 von Rainer Gohl in Zusammenarbeit mit Schuler Fahrzeugbau entwickelt und gefertigt. Er ersetzte den seit 1982 genutzten Vorgänger.

Der erlebte übrigens erst 2006 seine letzte Rennsaison im Dienst von Porschepict5702.jpg Motorsport North America, für die Saison 2007 stand dort eine Neuanschaffung ins Haus. Doch zurück nach Europa. Mit den in den Jahren gemachten Erfahrungen entstand 1998 mit den Ideen von Rainer Gohl ein neuer Trailer für die Porsche Kundensportmannschaft im Bereich GT-Sport. „Ich hatte schon recht genaue Vorstellungen, was ich wollte und was ich eben nicht haben wollte“, erzählt Gohl aus der Entstehungszeit. „Angefangen hat alles mit einigen Zeichnungen. Dann hat Schuler den Rohbau fertig gestellt und meine Ideen einfließen lassen. Aber erst, wenn man die Rohkarosse vor sich hatte, kamen die wirklich praxisgerechten Gedanken dazu.“  

Quasi jeden Tag erlebte Gohl bei der Entstehung mit. Dementsprechend strotz der Auflieger nur so von praktischen Ideen. Aufgeteilt ist der zweiachsige Auflieger in die drei Hauptbereiche Büro, Lager und Werkstatt. Im vorderen Abschnitt befindet sich ein Büro oder Besprechungszimmer. Neben der obligatorischen Sitzecke für ungestörte Kundengespräche oder zurückgezogenes Arbeiten finden sich dort auch diverse Einbauschränke für die Unterbringung von Unterlagen, ein geräumiges pict5704.jpgKühlfach für Getränke zur Verköstigung der Gäste und Kunden sowie die entsprechende Stromversorgung zur Nutzung von Laptops oder ähnlichen Geräten.

Wer jetzt denkt, daß die vorgehaltenen Getränke und Gläser für den Eigenverzehr gedacht sind, täuscht sich wie Rainer Gohl erklärt: "Porsche gilt als solides deutsches Unternehmen und viele unserer ausländischen Gäste erwarten bei uns auch deutsche Getränke."   Ebenso weing fehlt der Anschluss an die internationale Fernsehwelt via Sattelit. Äußerst interessant im Übrigen auch die Deko des Arbeitszimmers, diverse Modelle von Porsche Rennfahrzeugen als auch des Trucks selber zieren die Räumlichkeit.  

Selbst der Übergangsbereich vom Büro zum Mittelteil des Aufliegers ist praktisch genutzt. Vermeintlich „tote Ecken“ wurden mit Ablagefächern oder Schränken versehen. Und sei es lediglich als Garderobenschrank.

Bereich Nummer 2 ist das Kleinersatzteillager in der Mitte des Aufliegers. Dort ist zudem die Administration des Teileverkaufs untergebracht. Das heißt, es sind sämtliche Ersatzteillisten von 996 GT3-RS und RSR (und ab diesem Jahr der Baureihe 997) der diversen Baujahre sowie der Lagerbestand des LKW inpict5706.jpg Papierform hinterlegt, ebenso der „Lageplan“ der vorhandenen Ersatzteile. Zudem gibt es über einen Rechner mit Telefonkarte die Möglichkeit, auf das Zentrallager in Weissach zurückzugreifen. Im Zeitalter der modernen Technik sind hier natürlich auch Kreditkartenzahlungen möglich……Von diesem Punkt aus wird die gesamte Teilelogistik gesteuert. Alle handlichen Teile der GT2 Renner von Porsche sind hier nach Baugruppen sortiert in reisesicher arreeteierbaren Schubladen abgelegt und mit einem Handgriff verfügbar. Ein Mitarbeiter ist vor Ort permanent für diese Ersatzteillogistik zuständig.  

Dritter großer Abschnitt ist der Werkstattbereich im Heck des Trailers. Hier lagern Großteile wie Motoren, Getriebe und Karosserieteile. Zudem ist man mit Schweißgerät, Werkbank und weiterem Gerät ausgerüstet, um so ziemlich jedes mögliche Problem vor Ort beheben zu können. Das Besondere ist, dass neben den Teilen auch ein komplettes Rennfahrzeug in der Werkstatt transportiert werden kann. „Wir haben eine mobile Bühne in der Werkstatt, die wir je nach Bedarf in der Höhe einstellen können“, schildert Gohl.  Zum Transport eines Renn- oder Begleitfahrzeuges kann die Bühne  auf Höhe der Ladeklappe heruntergefahren werden, so dass auch normalhohe Alltagsfahrzeuge hineinpassen. Wird kein Fahrzeug transportiert „verschwindet“ die Bühne an der Decke des Aufliegers und stört nicht die Bewegungsfreiheit der Porsche Kundensportmitarbeiter.  

pict5714.jpgGenutzt wurde jede freie Ecke im Inneren. Selbst im Boden wurden Staukästen eingelassen, die zum Teil ganze Motoren aufnehmen können. Um an diese Großteile heranzukommen, wurde ein Kran montiert. Zwei Schienen an der Decke nehmen ein Hakensystem auf, woduch die schweren Teile aus ihren Fächern gehoben und beispielsweise zur Werkbank gezogen werden können. Dabei ist alles so ausgelegt, dass es von einer Person bedient werden kann.  

Großgeschrieben wird auch der Punkt Transportsicherung. Alle Fächer und Schubladen besitzen eine spezielle Verriegelung, sodass während der Fahrt nichts verloren gehen und möglicherweise Schäden anrichten kann. Zudem sind schwere Teile wie eben Motoren tief gelagert, um den Schwerpunkt des LKW nicht unnötig hoch wandern zu lassen.  

Doch im Inneren hört das ausgeklügelte System des Anhängers nicht auf. Um Flagge für den Arbeitgeber an den Rennplätzen zu zeigen, ist auf dem Dach der obligatorische Mast vorhanden. Auch hier wurde auf Einmann-Bedienung und Arbeitssicherheit Wert gelegt. Mast und Fahne werden verriegelt auf dem Dach transportiert und lassen sich mit Hilfe eines Elektromotors aufstellen und ausrichten. Unter Umständen gefährliches Klettern auf dem Dach zur Montage von Mast und Hissen der Flagge unterbleiben also.  

Apropos Flagge zeigen: Was für eine Werbung wäre ein vom Anreisewegpict5718.jpg verschmutzter LKW? Auch darüber wurden sich Gedanken gemacht, um nicht von LKW Waschanlagen abhängig zu sein, die oft im Umfeld von Rennstrecken eben nicht existieren. Zum einen wurde ein Wassertank in das Chassis des Aufliegers integriert. Zum anderen existiert ein Leitungssystem inklusive diverser Anschlüsse an den beiden Längsseiten des Trailers. Es entfällt das Hantieren mit einem langen Schlauch am Hochdruckreiniger. Auch ein Punkt der Arbeitserleichterung und Arbeitssicherheit.  

Obligatorisch an der Außenseite natürlich auch weitere Staufächer zur Aufnahme von Ersatzteilen wie zum Beispiel einem Bremsscheibensortiment oder einigen Sätzen Fahrzeugverglasung. Untergebracht ist dort auch ein benzingetriebenes Stromaggregat, so dass man notfalls auch ohne die Versorgungseinrichtungen eines Fahrerlagers arbeiten kann.  

Fest im Programm dieses beeindruckenden Einzelstücks sind die FIA-GT Serie, die Le Mans Serie und natürlich der 24h Klassiker an der Sarthe selbst. Was nicht heißt, dass das Arbeitsgebiet nur auf Europa beschränkt ist. „Wir waren mit dem Auflieger sogar schon mal in Amerika. Erst per Schiff über den Atlantik und dann einmal quer durch den Kontinent“, grinst Gohl zum Abschluss.  

Sollte übrigens einmal ein Kunde vor verschlossener Tür stehen, kein Problem. Wie in jedem guten Haushalt gibt’s auch hier eine Klingel......(CF)

 

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