Aus den Augen, aus dem Sinn, so was gibt es bei projectlemans.de nicht. Deshalb wollen wir kurz über unseren Tellerrand schauen und sehen, wie es Lucas Luhr und Mike Rockenfeller bei ihrem ersten Auftritt in der DTM ergangen ist. Doch auch unser „Siebenfacher“ sorgte für Schlagzeilen.
Die beiden ehemaligen Porsche-Werksfahrer sind bekanntlich im Herbst zu Audi gewechselt und fahren nun jeweils einen 2006er Audi A4. Bei den Tests in Oschersleben vor zwei Wochen machte es den Eindruck, als ob die beiden ganz gut mit dabei sein würden. In Hockenheim beim DTM Auftakt war es leider nicht mehr der Fall. Vom ersten Test an hatten beide weit mehr Fahrer vor als hinter sich in der Zeitenliste. Allerdings sollte man dabei nicht vergessen zu erwähnen, dass die 2006er Audi nicht die beste Erfindung aus Ingolstadt waren. Luhr erwischte es im Qualifying ganz übel und kam über den vorletzten Rang nicht hinaus, 91/100tel fehlten auf Ekström, der das erste Training dominierte. „Ich weiß nicht, wann ich zuletzt so weit hinten stand. Bin gefahren wie auf Eis“ so der Kärlicher, dem auf die Gesamtbestzeit . Etwas besser, aber auch nicht wirklich gut, ging es Rockenfeller, der insgesamt elfter wurde. Sein Rückstand auf den schnellsten, den siebenfachen Le Mans Sieger Tom Kristensen: 76/100tel.
Im ersten DTM-Rennen konnte die beiden Rosberg-Piloten mit Glück und Geschick dem Unfall-Getümmel auf der Parabolica entgehen und waren beim Neustart wieder mit dabei.
Apropos der Unfall: Angesichts der Heftigkeit des Unfalls ist es sehr erfreulich, dass Kristensen und Prèmat keine schweren Verletzungen davon getragen haben. Dennoch ist es absolut fehl am Platz, nun in jedem Interview und jeder Presseerklärung den Sicherheitsstandart der DTM-Autos zu loben!
Wie die meisten Rennautos haben die DTM-Fahrzeuge einen sehr hohen Sicherheits-standart. Doch es sind oft die unglücklichen Umständen, die auch heute noch dazu führen, dass sich Fahrer in Rennwagen verletzen oder auch zu Tode kommen. Deshalb spielt leider auch der Faktor Glück eine große Rolle und der ist bei aller Genialität der Ingenieure nicht immer kalkulierbar. Von 1986 bis vor Imola 1994 hörte man auch nach jedem Unfall wie sicher doch die Formel1-Wagen inzwischen sind. Dann kam das fatale Wochenende und plötzlich waren die Wagen nicht mehr sicher, was zu einem großen Teil die gleichen Personen kritisierten, die vorher noch von der tollen Sicherheit gesprochen haben.
Man sollte dankbar sein, wenn ein Fahrer nach einem solchen Unfall ohne schwere Gebrechen aussteigt, im Zusammenhang mit Rennwagen ist „Sicher“ ganz sicher das falsche Adjektiv und sollte schon gar nicht für Werbeaussagen gebraucht werden. Das gilt im übrigen nicht nur für Audi und die DTM. Schweigend danken und die Sicherheit weiter verbessern, das sollte die Devise sein.
Zurück zu Luhr und Rocky, nach dem Restart hatten beide die Taktik eines späten ersten Boxenstopp, was sie in der Ergebnisliste bis in die Top5 brachte, Mike lag zeitweise auf Rang drei, da er erst ganz spät zum Service erschien. Durchs Ziel fuhren beide unmittelbar hintereinander auf den Rängen elf (Luhr) und zwölf. Ihr Rückstand nach 27 gefahrenen Runden: etwas mehr als 33 Sekunden.
Dies war sicher nicht der Einstand, den sie sich in der DTM gewünscht hatten, auch wenn klar war, dass sie vom Material her nicht in der Lage sein werden, um die Spitze zu fahren. So gab es auch nicht gerade euphorische Statements in die Mikrophone der Audi-Presseabteilung. Mike Rockenfeller: „Ich selbst bin enttäuscht, da ich als Elfter gestartet bin und Plätze verloren habe. Es war sehr turbulent durch den Unfall. Das Wichtigste ist, dass beide wieder fit werden. Wir müssen schauen, was bei uns vorgefallen ist. Das Rennen war recht kurz und dadurch alles etwas chaotisch. Es tut mir leid, dass ich nicht mehr fürs Team herausgeholt habe."
Lucas Luhr sagte: „Ein turbulentes Rennen zum Auftakt! Nach dem Unfall sind wir hinter dem Safety Car gestartet. Meine Vordermänner beschleunigten früh, und ich fiel ein bisschen zurück. Dann ging es gut. Nur im zweiten Rennabschnitt hatte ich zuviel Untersteuern, hing hinter Mike (Rockenfeller) fest und verlor etwas Abtrieb. Das Ergebnis ist nicht so toll, aber von Startplatz 19 war auch nicht so viel zu erwarten. Aber ich habe an diesem Wochenende viel gelernt und werde das bei den nächsten Rennen umsetzen.“
Für Beide ist zu hoffen, dass beide trotz des nicht erbaulichen Auftakts und des Materialnachteils in diesem Jahr noch einige Highlights setzen können. Es besteht ein wenig die Gefahr, dass sie in der Versenkung verschwinden wie Kaffer und Stippler. Zielsetzung muss es sein, sich wie es Timo Scheider 2006 gelang für ein aktuelles Auto 2008 zu empfehlen. Es wird ihnen bestimmt gelingen mit mehr Fahrpraxis, denn das Rennfahren haben beide nicht verlernt. Das ist jedenfalls ist sicher! (GQ, Fotos, Stimmen Audi AG)
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